Pulp Fiction Kunst: Mia Wallace als Linolschnitt
Mia, ein Linolschnitt inspiriert von Pulp Fiction: warum mich der Moment zwischen Absturz und Rettung reizt und wie ein Gesicht zu Schwarz und Weiss wird.

Auf meinem Bild liegt sie ganz entspannt auf dem Bauch, Zigarette in der Hand, und schaut dich direkt an. Wer Pulp Fiction kennt, weiss aber, wie tief diese Figur kurz darauf fällt. Genau dieser Gegensatz hat mich zu meinem Linolschnitt „Mia“ gebracht.
Gleich vorweg: Das ist kein Filmstandbild. Mia ist meine eigene Zeichnung, inspiriert vom Film. Ich habe sie von Hand gezeichnet, gespiegelt und Linie für Linie geschnitten.
Wer ist Mia Wallace in Pulp Fiction?
Pulp Fiction ist der Film von Quentin Tarantino aus dem Jahr 1994. Uma Thurman spielt Mia Wallace, die Frau eines Gangsterbosses. Ein Abend mit ihr soll ein harmloser Auftrag sein: essen gehen, beim Twist-Wettbewerb tanzen, sie wieder nach Hause bringen.
Dann kippt alles. Mia bricht zusammen, völlig überdosiert. Was folgt, ist eine der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte: eine hektische Rettung mit einer Adrenalinspritze direkt ins Herz.
Für mich ist das kein Partymoment. Es ist ein Moment zwischen zwei Zuständen. Sie ist fast weg, und dann ist sie mit einem Schlag wieder da.
Warum passt Mia zu meinem Stil?
Genau deshalb wollte ich sie. Sie bricht komplett zusammen und muss gerettet werden. Dieses Kippen zwischen Absturz und Rückkehr fand ich passend, um sie in meinem Stil zu zeigen.
Linolschnitt ist ein hartes Medium. Es gibt kein Grau, nur Farbe oder Papier. Jede Fläche ist entweder ganz da oder gar nicht. Das hat für mich viel mit dieser Szene zu tun, in der es auch nur zwei Möglichkeiten gibt.
Der Film selbst lebt von starken Kontrasten. Gewalt und Witz stehen direkt nebeneinander, lange Gespräche über Belangloses werden plötzlich todernst. Ein Druck, der fast nur aus Schwarz und ein paar weissen Linien besteht, fühlt sich da richtig an.
Deshalb zeige ich sie auch nicht im Moment des Zusammenbruchs. Ich zeige die selbstsichere Mia, und wer die Geschichte kennt, denkt den Rest mit. Was ich bewusst nicht wollte: die Drogen schön machen. Das Bild feiert nichts.
Wie wird ein Gesicht zu Schwarz und Weiss?
Ein Gesicht in Linol ist schwieriger als jedes Gebäude. Bei einem Haus fällt eine schiefe Linie kaum auf. Bei einem Mund oder einem Auge wird aus einer Person mit einem einzigen Fehlschnitt eine andere. Und ein Schnitt lässt sich nicht zurücknehmen.
So bin ich vorgegangen:
- Zeichnen statt abpausen. Ich zeichne das ganze Motiv von Hand neu. Das ist mühsamer, aber so entscheide ich bei jeder Linie selbst, ob sie bleibt.
- Schwarz als Grundton. Fast die ganze Platte bleibt stehen und druckt schwarz. Was du als Bild siehst, sind die Stellen, die ich weggeschnitten habe.
- Haare als dunkle Form. Der Bob mit dem geraden Pony bleibt eine schwarze Fläche, nur die Kontur und einzelne Strähnen sind geschnitten.
- Das Gesicht aus feinen Linien. Statt Schattierungen gibt es parallele Schraffuren. Augen, Brauen und Lippen bleiben schwarz, das Weiss des Papiers formt den Rest.
- Spiegeln nicht vergessen. Die Platte wird seitenverkehrt geschnitten, auch der Schriftzug „Pulp Fiction“. Mir ist das Vergessen bei anderen Motiven schon mehr als einmal passiert.
Wenn du genauer wissen willst, wie aus einer Vorlage ein Linolschnitt wird, habe ich das in wie ich aus Fotos Linolschnitte mache ausführlich beschrieben.
Wie wird Mia gedruckt?
Ohne Presse. Ich walze die Farbe auf die Platte, lege das Papier darauf und reibe es mit einem Bambus-Baren von Hand an. Jeder Bogen wird einzeln abgezogen.
Bei so viel Schwarz sieht man das besonders gut: Mal ist die Fläche ganz satt, mal schimmert ein Hauch Papierstruktur durch. Diese kleinen Unterschiede sind kein Fehler. Sie zeigen, dass jedes Blatt von Hand entstanden ist.
Gedruckt wird auf Hahnemühle Sumi-E, einem leicht rauen Papier im japanischen Stil, das die Farbe gut aufsaugt. Jedes Original ist in Bleistift signiert und nummeriert und kommt mit Echtheitszertifikat.
Was passiert nach 30 Drucken?
Die Auflage im Shop ist auf 30 Stück begrenzt. Wenn alle verkauft sind, zerschneide ich die Platte. Mia wird dann nie wieder gedruckt.
Ein bisschen passt das zur Szene: Es gibt diesen einen Moment, und dann ist er vorbei. Von jedem Original gehen ausserdem CHF 5 an den Berner Verein übrig.
Mia ist nicht mein einziger Film-Druck. Auch das Ende von Fight Club habe ich geschnitten, darüber schreibe ich in Das Fenster.
Wenn du Mia an deiner Wand haben möchtest, findest du das Original von Mia im Shop.
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Fragen
Ist der Linolschnitt Mia ein Filmstandbild?
Nein. Mia ist eine eigene Zeichnung, inspiriert vom Film Pulp Fiction. Ich habe sie von Hand neu gezeichnet und in Linol geschnitten.
Warum ist Mia nur schwarz-weiss?
Im Linolschnitt gibt es kein Grau, nur Farbe oder Papier. Gesicht und Haare müssen deshalb auf schwarze Flächen und weisse Linien reduziert werden.



