Linolschnitt auf Instagram: Warum ich Videos mache
Schneiden, drucken, Laser: was ich auf @rc_prints_ zeige, warum Linoldruck im Video mehr verrät als jedes fertige Bild, und wie du mir Fragen stellst.

Ein fertiger Linolschnitt verrät fast nichts darüber, wie er entstanden ist. Du siehst schwarze Linien auf weissem Papier, sauber, ruhig. Die Stunden davor siehst du nicht.
Genau deshalb gibt es meinen Linolschnitt-Instagram-Account @rc_prints_. Dort zeige ich das, was der fertige Druck versteckt.
Was zeige ich auf @rc_prints_?
Ich will ehrlich sein: Im Moment poste ich vor allem über den Shop. Neue Motive, was gerade verfügbar ist, was rausgeht.
Das ist nicht der spannendste Teil, ich weiss. Aber dazwischen gibt es die Videos, und die sind mir eigentlich am wichtigsten. Sie zeigen drei Dinge:
- Schneiden: wie das Messer durch das Linol geht und Linie für Linie das Motiv entsteht, spiegelverkehrt.
- Drucken: den Moment, in dem ich das Blatt von der Platte abziehe.
- Lasergravur: wie der Laser Holz und Karton graviert, für Etiketten, Schachteln und Geschenkanhänger.
Beim Schneiden sieht man im Video meine Pfeil-Messer aus Langenthal mit den Griffen aus Birnbaum. Jede Linie im Shop ist mit ihnen geschnitten. Wenn du das Messer im Video arbeiten siehst, verstehst du plötzlich, warum ein Hintergrund aus feinen Linien so lange dauert.
Die Lasergravur passt vielleicht nicht ins Bild, das man von Linolschnitt hat. Ein Linolschneider mit Laser? Ja. Aber nicht für die Drucke selbst. Der Laser macht das Drumherum: die Etiketten, die Schachteln, die kleinen Anhänger. Im Video ist das fast hypnotisch, wie die Linie langsam ins Holz brennt.
Warum Linoldruck im Video?
Weil man im Video den Prozess sieht, den ein fertiges Bild versteckt.
Auf dem Blatt sieht ein Hintergrund aus parallelen Linien einfach aus wie Lichtstrahlen. Im Video siehst du, dass jede dieser Linien einzeln geschnitten wurde. Und dass ein Schnitt nicht zurückgenommen werden kann. Ein Ausrutscher, und die Linie bleibt.
Mein Lieblingsmoment ist das Abziehen. Ich drucke ohne Presse, nur mit einem Bambus-Baren und der Hand. Bis ich das Blatt hochhebe, weiss ich nicht genau, wie es geworden ist. Diese paar Sekunden sind die spannendsten am ganzen Druck, und sie lassen sich nur im Video zeigen. Ein Foto davon ist einfach ein Blatt Papier.
Wie das Motiv vorher auf die Platte kommt, habe ich hier aufgeschrieben: wie ich aus Fotos Linolschnitte mache.
Bin ich gut im Videoschnitt?
Nein. Nicht wirklich.
Ich mache unglaublich gern Videos, und ich schneide sie noch lieber. Aber gut darin bin ich nicht. Ich sehe meine Videos manchmal an und denke: Das hätte man besser machen können. Dann lade ich es trotzdem hoch.
Vielleicht ist das sogar richtig so. Beim Linolschnitt sind die kleinen Unterschiede zwischen zwei Blättern der Beweis, dass keine Maschine im Spiel war. Bei meinen Videos ist es ähnlich: Man sieht, dass da keine Agentur dahintersteckt. Nur ich und ziemlich viel Begeisterung.
Linolschnitt ist für mich so etwas wie Meditation. Das Video ist die Art, wie ich andere ein bisschen an dieser Ruhe teilhaben lasse.
Wie kann ich dir Fragen zum Linolschnitt stellen?
Am einfachsten per Direktnachricht auf Instagram. Wenn du wissen willst, welches Messer ich für eine bestimmte Linie nehme, warum ein Druck fleckig wird oder wie man spiegelverkehrt überträgt: schreib mir.
Ich habe selbst lange gebraucht, bis ich beim Linol geblieben bin. Ich habe es vor Jahren entdeckt, ein, zwei kleine Motive gemacht, es wieder weggelegt und bin etwa alle zwei Jahre zurückgekommen. Erst im Winter 2025/26 habe ich mich ganz darauf eingelassen. Ich weiss also, wie es ist, Fragen zu haben und niemanden, den man fragen kann.
Welche Messer und welches Papier ich benutze, findest du übrigens auch hier: mein Werkzeug.
Wenn du sehen willst, wie aus einer Platte ein Druck wird, folge mir auf Instagram @rc_prints_, und schick mir gern eine Nachricht mit deiner Frage.


